
Hintergrund:
Konflikte gehören zum Alltag mit Kindern zu Hause und in Kitas, Horten und Schulen. Wenn Kinder streiten, reagieren Erwachsene jedoch häufig impulsiv: Sie greifen schnell ein, schlichten vorschnell oder verhängen Strafen. Dabei sind Konflikte keine Störung – sie sind zentrale Entwicklungsaufgaben.
Aktuelle Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und Neurobiologie (u. a. nach Daniel J. Siegel) zeigen: Kinder benötigen bei starken Emotionen zunächst Co-Regulation, bevor sie konfliktfähig sind. Fachkräfte und Eltern stehen somit vor der Herausforderung, Emotionen zu begleiten, Sicherheit zu geben und gleichzeitig soziale Lernprozesse zu ermöglichen. Eine professionelle Konfliktbegleitung stärkt nicht nur die Beziehung, sondern auch die langfristige Konflikt- und Problemlösekompetenz von Kindern.
Zielgruppe
Eltern von Kindern im Alter von ca. 3–16 Jahren
pädagogische Fachkräfte in Kita, Hort und Schule
alle Erwachsenen, die Kinder professionell oder privat begleiten
Kursziel
In dieser Fortbildung lernen Sie, Konflikte neu zu verstehen – nicht als Störung, sondern als Entwicklungsaufgabe.
Sie erfahren, wie sich Wut, Aggression und Konflikt unterscheiden und was im Gehirn von Kindern während eines Streits passiert. Sie entwickeln eine professionelle und zugleich alltagstaugliche Haltung, die Sicherheit gibt, Eskalationen reduziert und Kinder langfristig konfliktfähig macht.
Der Kurs vermittelt konkrete Strategien zur Deeskalation, zur Co-Regulation in emotionalen Momenten sowie strukturierte Modelle zur Konfliktklärung (z. B. das IKPL-Modell nach Shure & Spivack). Ergänzend werden Impulse aus der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg sowie beziehungsorientierte Perspektiven u. a. nach Jesper Juul aufgegriffen.
Ziel ist es, Kinder darin zu stärken:
ihre Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen,
Grenzen zu setzen und zu respektieren,
eigenständig Lösungen zu entwickeln,
Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Gleichzeitig gewinnen Sie selbst mehr Sicherheit, Gelassenheit und Klarheit im Umgang mit Konflikten.
Kursinhalte
Reflexion der eigenen Konfliktbiografie
Wut, Aggression und Konflikt – klare begriffliche Einordnung
Unterschiedliche Sichtweisen auf Konflikte und ihre pädagogischen Folgen
Konflikte als altersabhängige Entwicklungsaufgaben (3–16 Jahre)
Neurobiologie des Konflikts: Stressreaktion, Amygdala und präfrontaler Cortex
Co-Regulation: Kinder im Affekt professionell begleiten
Konkrete Deeskalationsstrategien für Alltag und pädagogische Praxis
Wann eingreifen – wann begleiten – wann abwarten?
Kognitive Konfliktklärung (IKPL, Mediation, strukturierte Gesprächsführung)
Strafen vs. logische und natürliche Konsequenzen
Problemlösekompetenz stärken
Umfang
ca. 160 Minuten Videomaterial
zzgl. ca. 90 Minuten Workload (Reflexionsaufgaben, Praxisimpulse, Beobachtungsaufträge, Materialübersicht)
Kurspreis
49,- EUR
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